Reiseberichte

Bild Brücke

Unsere Tour durch (Süd-) Schweden 2013 – 1. Anreise und Getnö Gård

Hier erzähle ich nun von unserer ersten Tour zu dritt quer durch Schweden – naja, eigentlich ja eher Südschweden… 5000 km in 3 Wochen. Mit Sohnemann und Zelt und jeder Menge Abenteuerlust.

Bild Karte

Wir starten am 06.07.2013 morgens halb 4 in der Lüneburger Heide… Kind wecken, ins Auto setzen, anschnallen, weiter schlafen lassen… Die Staugötter meinen es gut mit uns bzw. sind noch gar nicht wach, sodass wir schon nach 05:22 Stunden in Malmö ankommen. Also stellen wir uns erstmal auf den ersten IKEA-Parkplatz in Schweden und warten auf die Öffnung des „Möbelhauses“ – wir haben nämlich keine Teller mit (etwas unpraktisch ist in Anbetracht der Tatsache, dass wir ab sofort 3 Wochen zelten wollen). Laut Internetrecherche soll es hier noch welche im Ausverkauf geben – leider hat der Ausverkauf anscheinend dazu geführt, dass alle nun diese Teller haben, nur wir nicht. Also wieder rein ins Auto und weiter ins Landesinnere.

 

Als nächstes kommen wir am ersten IKEA der Welt vorbei (mit dem „weltgrößten Sortiment“ – daher hat der weltbeste Karlsson also seine Sprüche) – und sind prompt erfolgreich. Wir erstehen die letzten 8 Teller in knallorange für gerade einmal 18 SEK (etwa 2€). Für den Preis hätte ich auch mehr Teller genommen, aber

für 3 Leute werden sie wohl ausreichen.

Bild Camping

Anschließend fahren wir weiter nach Ryd. Dort tanken wir erstmal und holen noch Geld – das Deutsche in uns geht immer noch davon aus, dass Bargeld notwendig ist, dabei wird in Schweden gern auch nur das Brötchen beim Bäcker mit der Kreditkarte bezahlt. Aber daran müssen wir uns wohl erst noch gewöhnen. Als das alles erledigt ist, fahren wir Richtung unseres ersten Campingplatzes, bzw. des Campingplatzes, der uns im Internet in dieser Gegend am meisten angesprochen hat. Ein bisschen mulmig ist mir schon bei dem Gedanken daran, dass wir nichts gebucht haben und uns die nächsten 3 Wochen von Campingplatz zu Campingplatz hangeln werden…

 

Nach 8 km quer durch die Walachei immer an einem superschönen See entlang erreichen wir gegen 14:00 Getnö Gård – Lake Åsnen Resort – Småland und das Internet hat uns nicht getäuscht – es ist wunderschön hier. Ein 15 km² großes privates Naturschutzgebiet direkt am beeindruckend schönen See Åsnen. Die einzelnen Plätze sind, genau wie überall beschrieben, nicht wirklich klein und unheimlich toll mitten in der Natur. Wir landen auf Platz 89 mit Seeblick, allerdings ohne Strom. Der uns angebotene Platz mit Strom war uns zu wuselig – umziehen war überhaupt kein Problem.

Bild See

Nachdem wir unser Zelt aufgebaut und uns etwas heimisch eingerichtet haben, gehen wir den See erkunden – Sohnemann braucht Auslauf. Anschließend haben wir alle Hunger und essen erstmal „Mittag“, um dann endlich in den See zu hüpfen (die einen mehr, die anderen weniger euphorisch). Nach der Dusche (die Servicegebäude sind teilweise etwas alt, aber sauber), den Schlümpfen (ein Hoch auf portable DVD-Player) und ein paar Runden Uno und Kniffel liegen wir alle gegen 22:00 im Bett bzw. auf unseren aufblasbaren Isomatten im Schlafsack.

Bild Sonnenaufgang

Am nächsten Morgen gehen die Augen sogar beim Sohnemann erst gegen 08:30 ansatzweise mal auf, obwohl es schon ziemlich lange hell ist. Nach dem Frühstück setzen wir uns noch einmal ins Auto und fahren nach Ryd, auf der Suche nach dem Haus, in dem im Oktober 2007 noch zu zweit (bzw. zu 2,5) einen wunderschönen Urlaub mitten im Wald verbracht haben. Und wir haben es tatsächlich gefunden – nach 6 Jahren sind wir schon ein bisschen stolz auf unser Erinnerungsvermögen… Da das Haus aber vermietet ist, sind wir einfach wieder umgedreht und zum Einkaufen gefahren. Danach beginnt unser Urlaub endlich wirklich. Ab an den See – lesen, spielen, toben, planschen, schlafen, baden… Mittag und Abendessen machen wir kurzerhand wieder zusammen – es gibt Nudeln mit Tomatensoße vom Campingkocher. In der Hoffnung auf abwechslungsreiches Essen am nächsten Tag gehen wir zum Steg zum Angeln, aber bis auf einen grandiosen Sonnenuntergang sind die Männer erfolglos. Gegen 22:00 liegt Sohnemann im Bett, wir Eltern spielen noch eine Runde Phase 10. Herrlich so unter freiem Himmel ohne Licht, weil es noch so hell ist…

Bild Enten

Am nächsten Tag steht Marko schon halb 7 auf, in der Hoffnung auf ein erfolgreicheres frühmorgendliches Angelerlebnis. Als der Rest gegen halb 9 auch endlich aufsteht, hatte er zwar 8 Mini-Barsche am Haken, aber nichts wirklich Essbares. Also frühstücken wir erst einmal und genießen das Wetter am See mit sonnen, Enten beobachten, baden, spielen und lesen. Nach dem Duschen gibt es zum Abendbrot Bratkartoffeln und Bratwurst (Mittagessen werden wir noch häufiger ausfallen lassen) und um 21:00 liegen wir alle schlagkaputt im Schlafsack.

 

Unsere Tour durch (Süd-) Schweden 2013 – 2. Långsjön und Astrid Lindgrens Welt

 

Am 09.07.2013 geht es weiter, bzw. ist das der Plan. Also stehen wir relativ früh auf, essen Frühstück, bauen das Zelt ab, packen alles ein – und stellen fest, dass die Batterie eine Versorgung der Kühlbox über 3 Tage NICHT mag. Nach erstem Entsetzen schnappt sich Marko das Überbrückungskabel und geht zu unseren direkten Nachbarn – eine Truppe von dänischen „Jugendlichen“, die uns auch unkompliziert Starthilfe geben. Wir bedanken uns mit einer Flasche von unserem mitgebrachten Rum und nachdem wir vorne an der Rezeption bezahlt haben (770 SEK incl. Angelkarte = ca. 88€) starten wir 11:30 Richtung Vimmerby. Nach einigen Stopps an diversen Baumärkten und dem Besuch von zwei Campingplätzen, von denen wir rückwärts wieder runter sind (manchmal wird im Internet eben nur die halbe Wahrheit erzählt), kommen wir am Långsjön Campingplatz etwas außerhalb von Vimmerby an. Doch als ich ganz stolz mit meinem Schwedisch auftrumpfen will, stellt sich heraus, dass die Besitzer unheimlich nette ausgewanderte Schweizer sind… Wieder nix mit Schwedisch…

 

Nachdem wir uns auf Platz 10 heimisch eingerichtet haben, bastelt Marko als Erstes einen Stecker für die Kühlbox. Anschließend erkunden wir den See, der direkt gegenüberliegt – nur durch die „Bundesstraße“ 40 getrennt. Was in Deutschland dazu führen würde, dass man kaum die Augen schließen kann vor Verkehrslärm, ist in Schweden tagsüber okay und nachts kaum hörbar. Gelobt sei der mäßige Verkehr in Schweden. Nach dem Abendbrot (Milchreis und Grießbrei), Duschen und noch ein wenig Spielen, ist dieser Tag gegen 22:00 für uns beendet.

 Am nächsten Tag stehen wir schon um 08:00 mit dem Weckerklingeln auf – es nieselt, aber für uns geht es zur Astrid Lindgrens Welt. Es ist irre voll, aber perfekt organisiert. Man wird eingewiesen und es kommt überhaupt keine Hektik auf. An der Kasse müssen wir aber schon schlucken – 1065 SEK sind umgerechnet etwa 122€. Für 2 Erwachsene und 1 Kind… Aber die Shows sind toll. Karlsson, Pippi, Michel, Ronja – es ist super. Schwedisch ist nicht so schwer zu verstehen und die Geschichten kennen wir ja eh fast auswendig. Die Schauspieler laufen zwischen den einzelnen Shows im Park umher und bleiben in ihren Rollen. So kann man mit dem Pastor von Michel Kaffee trinken und mit Ronjas Papa Mattis und seinen Räubern die Mattisburg erkunden. Es ist zwar nicht günstig, im Park zu essen und zu trinken (Hotdog kostet 40 SEK = etwa 4,60€), aber es ist alles so liebevoll und natürlich gemacht, dass man darüber hinwegsehen kann. Aber Notiz für das nächste Mal – mehr Picknick mitnehmen. An allen Ecken und Enden sind Picknickplätze zu finden.

 

Manchmal ist auch in Schweden die Welt sehr klein – bei der „kleinen Bühne“ treffen wir die Schwester einer Freundin mit ihrem Freund und Hund, die auch hier Urlaub machen. Auch ihr Fazit ist – total schön, aber eine 2-Tageskarte MUSS nicht unbedingt sein. Mit einigem Abstand würde ich jetzt allerdings sagen, dass ich wahrscheinlich die 40€ extra für ein 2-Tages-Ticket für die ganze Familie ausgeben und mir Zeit lassen würde. Oder gleich eine Jahreskarte kaufen, wenn man weiß, man ist dieses Jahr nochmal da – die würde für uns drei nämlich „nur“ 2205 SEK kosten = 258€. Aber nicht erschrecken – auch die Souvenirshops sind nicht günstig: Michels Bogen kostet 95 SEK, pro Pfeil 20 SEK, Michels Mütze 65 SEK. Aber man ist ja nur einmal da… 

Gegen 18:00 machen wir uns dann auf den Weg zurück zum Campingplatz. Nach 1,5 Stunden „Mittagsschlaf“ ist Sohnemann dann auch wieder wach und wir können um 20:00 Abendbrot essen, bestehend aus Suppe, Würstchen und Toast. Der Tag war sehr anstrengend, deswegen schlafen wir alle um 22:30…

 

Bild Sonnenuntergang

Unsere Tour durch (Süd-) Schweden 2013 – 3. Mariefred und Stockholm

 

Am nächsten Tag stehen Sohnemann und ich schon halb 8 auf. Machen ein bisschen Wäsche und üben Bogenschießen. Papa wecken wir um 09:00, sodass wir nach Frühstück und Packen gegen 12:00 gen Stockholm aufbrechen können.

Eigentlich hatten wir uns gedacht, dass so ein Campingplatz direkt an den Schären doch ideal wäre – aber sowohl Gålö havsbad als auch der Campingplatz in Södertälje sind für uns so gar nichts. Gålo ist groß, mit 310 SEK pro Nacht recht teuer, voll, enge Stellplätze, wenige Toiletten; Södertälje ist in einer „Koloni“, die Toiletten in Containern, keine Rezeption gefunden, keinerlei Preisinfo. Also fahren wir doch weiter ins Landesinnere – hungrig, müde und ohne Idee, wie der nächste Platz sein wird. Da kommen wir tatsächlich auch erst um 20:00 an – und werden richtig herzlich begrüßt. Zuerst auf Englisch, als ich dann aber sage, dass ich Schwedisch lerne und mich freue, wenn sie Schwedisch mit mir spricht, reagieren sie sofort… Endlich jemand, der mit mir Schwedisch spricht und mir sogar unklare Vokabeln auf Schwedisch erklärt. Und dann noch der Platz – 102, am Ende des Campingplatzes mit Blick auf das Feld und sonst nix. Traumhaft! Aber ob der späten Stunde gibt es nur noch schnelles AbendBROT und ab ins Zelt.

Am nächsten Morgen gehen zum ersten Mal bei allen um 9 die Augen auf. Nach dem ordentlichen Frühstück setzen wir uns schon wieder ins Auto und fahren nach Mariefred. Am Schloss Gripsholm radelt auf einmal hinter uns ein älterer Herr entlang und Sohnemann guckt ihn an und sagt ganz überzeugt „guck mal Mama, der König“. Wir können es zwar nicht beschwören, aber der Herr auf dem Fahrrad sah dem König doch seeeeehr ähnlich…  Anschließend fahren wir dann Richtung Sundbyholm mit Mittagsschlaf im Auto (Sohnemann war ja nicht müde), einkaufen und zurück auf unserem Campingplatz hüpfen wir alle in den Mälaren. Beim Sonnenbaden wird Marko von einer kleinen Schlange überkrochen, unser Handtuch von Enten überlatscht und Sohnemann traut dem Frieden im Wasser nicht. Zum Abendbrot grillen wir eines der leckersten Fleischstücke, die wir je gegessen haben. Das hat mit 102 SEK für gut 1 kg Fleisch zwar auch seinen Preis, aber es ist jeden Cent bzw. jede Öre wert. Anschließend bereiten wir noch unsere morgige Stockholmtour vor, bevor wir kaputt ins Bett fallen.

Bild Schloss

Und schon ist die erste Woche unseres Urlaubes rum. Am Morgen des 13.07.2013 stehen wir auf und brechen direkt nach dem Frühstück nach Stockholm auf. Bis Bredäng, einem Stadtteil von Stockholm, geht es mit dem Auto, dann mit der Tunnelbanan (wir haben uns eine SL Karte gekauft und da einen gewissen Betrag aufgeladen, dann ist die Abrechnung einfacher – seit September 2013 gibt es tatsächlich nicht einmal mehr Papiertickets) nach Gamla Stan, der wunderschönen Altstadt von Stockholm. Dort bummeln wir gemütlich durch die Altstadt und hören uns Musik an am Kungliga Slottet. Wunderschön ist es und hoch interessant. Da wir aber noch viel mehr sehen wollen und die kleinen Beine vom Sohnemann langsam werden, buchen wir lieber die blaue Linie der Hop-On-Hop-Off-Tours und machen eine Stadtrundfahrt. 17:30 geht es wieder Richtung Campingplatz – auf dem Weg dahin fallen einigen von uns natürlich die Augen zu. Zum Abendessen gibt es dieses Mal leckere Krabben und die Jungs versuchen wieder ihr Glück beim Angeln – direkt am Mälaren vis-a-vis mit dem Schloss Gripsholm. Der Tag kann schlimmer zu Ende gehen…

Bild Vasa

Der nächste Tag führt uns wieder nach Stockholm. Dieses Mal nehmen wir die Tunnelbanan ab Fruängen und starten direkt mit der Stadtrundfahrt. Zuerst steigen wir am Vasamuseet aus und müssen tatsächlich das erste Mal in Schweden anstehen. Die Vasa als Schiff und ihre Geschichte – einfach beeindruckend: „Am 10. August 1628 sank das Kriegsschiff Vasa im Stockholmer Hafen – dem Tag, an dem es seine Jungfernfahrt antreten sollte. Nach 333 Jahren auf dem Meeresgrund konnte das Wrack 1961 geborgen werden. Das restaurierte Schiff mit seinen Hunderten von geschnitzten und prachtvoll ausgeschmückten Skulpturen besteht zu 98% aus Originalteilen. Die Vasa biete einzigartige Einblicke in das Schweden des frühen 17. Jahrhunderts und zählt heute zu den größten Touristenattraktionen der Welt.“ (aus dem Flyer des Vasa Museet)

Bild Museum

Nach 4 Stunden geht es dann weiter zum Historischen Museum zur Wikingerausstellung. Auf den ausdrücklichen Wunsch unseres Sohnemannes natürlich – interessant fand ich vor allem den Slogan der Ausstellung „they combed their hair, decorated their clothes and cut their enemies throats – meet the real Vikings“. Total beeindruckt von so viel Wissen (und vom Durchhaltevermögen des Sohnemannes) geht es über gamla stan wieder nach Hause zum Zeltplatz nach Mariefred. Der Abend wird trotz im Auto nachgeholtem Mittagsschlaf kurz und schmerzlos mit Abendessen und schnellem Zubettgehen beendet. Ist eben doch sehr anstrengend so viel Kultur…

 

Unsere Tour durch (Süd-) Schweden 2013 – 4. Mariestad

 

Am nächsten Morgen schlafen wir ganz gemütlich aus, packen in aller Ruhe und starten gegen 12:00 Richtung Mariestad zwischen den beiden großen Seen Vänern und Vättern. Dort haben sich Freunde von uns vor ein paar Jahren ein Häuschen gekauft und sind tatsächlich gerade da. Allerdings hat Marko ein schlechtes Gefühl unsere Reifen betreffend und so suchen wir auf der ganzen Strecke immer mal wieder nach einem Reifenhändler oder ähnlichem. In Örebro haben wir fast Erfolg. Wir finden jemanden, der eigentlich Reifen verkauft, uns allerdings zurzeit nicht weiterhelfen kann. Also lassen wir das Navi noch ein paar seiner Umwege fahren (durch den Wald und über Trampelpfade lässt es natürlich viel besser fahren als über eine befestigte Straße – das müssen wir nochmal ausdiskutieren) und kommen rechtzeitig zur Kaffeezeit in Mariestad an.

 

Das ist auch etwas, woran man sich in Schweden erstmal gewöhnen muss – FIKA. Heißt so und bedeutet so viel wie Kaffeepause. Und wenn man weiß, wie sehr die Schweden ihren Kaffee lieben, weiß man auch, dass man während der Fika-Zeiten (morgens um und bei halb 10, nachmittags gegen halb 4) pauschal nichts erwarten kann und sollte. Wir standen einmal in einer Touristinformation, morgens halb 10. Anscheinend war Fika, denn ich habe niemanden gesehen. Klar, wahrscheinlich hätte ich nur rufen brauchen, aber als ich nach etwa 30 Minuten nochmal in der Info war, waren alle supernett und zuvorkommend. Wenn dass das Resultat regelmäßiger Kaffeepausen ist, stimme ich sofort auch der Einführung regelmäßiger Kaffeepausen hier in Deutschland zu. Aber zurück zum Thema.

 

Wir kommen also an und bekommen, klar, erstmal einen Kaffee und eine gemütliche Führung durch das Haus und den „Garten“. 6000qm verwildertes Grundstück, auf dem gerade mal das Gras nach dem Mähen grob zusammen geharkt wird, darf in Schweden durchaus als Garten bezeichnet werden. Und sowieso weiß man gar nicht so genau, wo das eigene Grundstück endet und das des Nachbarn beginnt. Ist auch nicht so wichtig. LAGOM wie der Schwede sagt. Nicht gut, nicht schlecht, genau richtig. Es ist halt so. Nach der Rundtour machen wir in Ruhe die Wäsche und schlafen mal wieder in einem Bett! Zwar auch erst Mitternacht, aber irgendwas ist ja immer.

Bild Bank
Bild Grab

Am nächsten Morgen genießen wir das Ausschlafen schön bis halb 10, helfen nach dem Frühstück noch ein wenig beim Aufräumen und Putzen, da sich für übermorgen zahlende Gäste angekündigt haben. Sohnemann hilft draußen, Marko macht ein bisschen Elektro und ich putze die Fenster. Dafür haben wir am Nachmittag auch noch Zeit für eine von unseren Gastgebern geführte Tour zum Göta Kanal, schauen uns die „Trollhäuser“ direkt an der Schleuse an, entdecken eine kleine Schiffssetzung (ein Wikingergrab) und eine Fluchtburg. Zum Abendessen gibt es stilecht pytt i panna und der Sohnemann verschwindet schon mal im Bett. Spätabends dann der Schreck – die Gäste kommen nicht übermorgen gegen Abend sondern morgen gegen 1 Uhr – mittags…

Am 16.07.2013 ist so ziemlich das einzige Mal, dass wir uns einen Wecker so früh stellen. Um 07:00 stehen wir alle angezogen in der Küche, essen schnell Frühstück und verfallen in Aktionismus. In Rekordzeit wird alles fertig. Es entstehen ein fast aufgeräumter Garten, ein TV Zimmer, ein Kinderzimmer und elektrisches Licht im ganzen Haus. Als um 13:00 die Gäste auf dem Grundstück erscheinen, ist tatsächlich alles fertig – uns eingeschlossen. Nach der obligatorischen Tasse Kaffee packen wir und verlassen gegen halb 3 Mariestad Richtung Norden.

 

Bild Floßfahrt

Unsere Tour durch (Süd-) Schweden 2013 – 5. Värmland und Dalarna

 

Nachdem wir unser Arbeitspensum für diesen Urlaub eindeutig erreicht haben :), starten wir halb 3 wieder gen Norden. Von Västra Götaland geht es also nach Värmland. Und auch hier entdecken wir wieder, dass man sich in Campingplatzbeschreibungen auch täuschen kann. Wir fahren über Alevi (naja), nach Björkö (OK, gibt’s aber anscheinend nicht mehr), weiter über Klarälven (groß) – bis wir endlich mit Värnäs fündig werden. Ein kleiner, gemütlicher, nicht zu teurer Campingplatz direkt am Klarälven. Der Klarälven ist der längste Fluss Schwedens, der nicht ins Meer mündet und ist vor allem durch die darauf angebotenen Floßfahrten bekannt.

Also checken wir ein und beschließen dann, dass wir vielleicht noch einkaufen sollten. Da in Stöllet bereits alles geschlossen hat, fahren wir weiter nach Malung. Da wir im Land der weeeeeeiten Wege sind, fahren wir mal eben 50 km quer durch die Walachei. Rechts Bäume, links Bäume, gelegentlich mal ein „Schneescooter kreuzt“ Schild und sonst nix. Bis wir über einen Hügel fahren und sich vor uns die wohl größte Ansammlung von Zelten, Wohnwagen, Wohnmobilen, Oldtimern und vor allem Leuten befindet, die wir seit langem in Schweden gesehen haben. Es ist Dansbandsveckan in Malung, was bedeutet, dass etwa 50.000 Leute in ein Nest mit knapp über 5.000 Leuten einfallen und ÜBERALL zelten und unterkommen. In allen Vorgärten, auf sämtlichen Grünflächen, gefühlt überall stehen Zelte, Wohnwagen, Wohnmobile, Autos. Oder eben Bühnen. Irre, was da los ist.

Und weil Malung so spannend ist und die Läden in Schweden ja generell und natürlich bei solchen Aktivitäten deutlich länger auf haben, sind wir erst gegen 22:00 zurück auf dem Campingplatz. Zu allem Überfluss müssen wir ja auch noch unser Zelt aufbauen (was aber ohne große Lichtnotwendigkeit echt cool ist um die Uhrzeit). So liegen wir dann alle zusammen gegen Mitternacht in der Koje.

Am nächsten Morgen stehen wir dann auch erst halb 10 auf – und machen den ganzen Tag GAR NICHTS. Sieht man einmal von faulenzen, sonnen, lesen, spielen, baden, entspannen und schlafen einmal ab. Um 20:00 gibt es dann auch mal Abendbrot (u.a. einen Minibarsch, den die Jungs im Klarälven gefangen haben), nach dem Duschen bereitet Marko die Kartoffelsuppe für den nächsten Tag vor, ich schreibe die Karten an die Daheimgebliebenen und lese draußen ohne Licht, bis es gegen 00:30 dafür einfach zu dunkel ist – cool ist das.

 

Am nächsten Tag kommen wir dann doch nochmal wieder in Schwung. Erst erkunden wir nach dem Frühstück ein bisschen unseren Campingplatz (sehr zu empfehlen, sogar mit Grillhütte), dann fahren wir noch etwas weiter und beschließen dann, uns nochmal Malung anzusehen. Dort stöbern wir erfolglos auf einem Loppis (einem Flohmarkt, sehr verbreitet und empfehlenswert in Schweden), essen stilecht Elchwurst, hören sehr unterschiedliche, aber meist sehr coole Musik, gucken uns die Autos und die Stadt an.

Am Nachmittag fahren wir wieder zurück und machen unterwegs noch zwei (oh Wunder) erfolglose Angelstopps. Man gewöhnt sich ja dran. Dann schicken wir noch die Karten ab und beschließen, dass wir uns morgen so laaaaangsam wieder auf den Rückweg machen müssen. Schließlich sind wir zurzeit etwa 1200 km von zu Hause entfernt…

 

Übrigens, um einmal mit dem Vorurteil „im Norden ist es immer sooooo kalt“ aufzuräumen:

Bild Camping

Unsere Tour durch (Süd-) Schweden 2013 – 6. Tiveden

 

Am 20.07.2013 bauen wir wie immer nach dem Frühstück ab und machen und auf den Weg Richtung Süden, Richtung Nationalpark Tiveden. Dort liegt, direkt an einem der klarsten und saubersten Seen Schwedens, der Campingplatz Tiveden. Wir bekommen natürlich einen Schreck, als auf dem Schild an der Straße VOLL zu lesen ist – dieses ist der einzige Platz, zu dem wir uns keine Alternative überlegt haben. Aber fragen hilft und so bekommen wir mit Nummer 5 den vorletzten freien Platz. Von sehr netten ehemaligen Holländern geführt, ist es ein sehr schöner und übersichtlicher Campingplatz und unser Platz liegt ideal. Direkt am Wald (was noch zu interessanten Begegnungen führen wird), in der Mitte der Plätze liegt ein schöner Spielplatz und neben uns der Platz ist anscheinend reserviert – aber noch frei.

Die Camper selbst sind eine bunte Mischung aus Schweden, Deutschen, Holländern und Schweizern (!!!). Also macht sich Sohnemann schon mal auf den Weg, den Platz zu erkunden und wir bauen unser Zelt auf. Nach einiger Zeit hören wir immer mal wieder ein „Mama“  Stille  „Mama“ Stille „Mama“. Da sitzt unser Sohnemann mit seinem Hintern in so einem Drehpilz fest, der immer, wenn er den höchsten Punkt der Schwerkraft überwunden hat, wieder mit Schwung die nächste Runde geht. Zuerst war das wohl sehr lustig, aber mit der x-ten Runde, wurde ihm so langsam mulmig. Also haben wir ihn erst einmal daraus gerettet und anschließend den Drehwurm auskuriert. Ehrlich gesagt: ich hätte mich wohl erst einmal übergeben… Nach dem Abendessen haben wir noch ein wenig den See (äußerst interessant: Angelkarte per SMS bestellen!) und den Zeltplatz erkundet und sind dann gemütlich ins Bett gefallen.

Des Nachts dann die erste einiger unheimlichen „Begegnungen“. Am oberen Ende unseres Zeltes, an unserem Kopfende raschelt und grunzt und mufft es draußen…

Am nächsten Tag ist wieder entspannen und ausruhen angesagt. Also schön frühstücken, Nachbarn beim Ankommen beobachten (eine Familie mit 4 Kindern, die aus der Schweiz mit Wohnmobil kommen!) und ab an den See. Buddeln, lesen, schwimmen, tauchen, die tolle Wasserhüpfburg ausprobieren, sonnen… bis wir am Abend feststellen, dass wir eigentlich noch einkaufen wollten. Also schnell ins Auto und ab nach Åskersund. Das Städtchen ist so schön, dass wir das Einkaufen ganz schnell erledigen und dann am Hafen gemütlich ein Eis essen.

Bild See

Der nächste Tag steht wieder im Zeichen der Entspannung. Dieses Mal leihen wir uns ein Kanu (Canadier) und paddeln auf den Unden hinaus, entdecke eine „einsame“ Felseninsel und machen uns da einen tollen Tag. Wunderschön…

Bild Nacht

Die Auflösung der merkwürdigen Geräusche war übrigens – ein Dachs, der sich an unserer Mülltüte gütlich tun wollte… 

Bild Nacht

Unsere Tour durch (Süd-) Schweden 2013 – 7. Getnö Gård und Heimfahrt

 

Und schon sind wir quasi fast wieder zu Hause. Am 24.07.2013 verabschieden wir uns von Hein und Marlies und starten gen Süden. Marko möchte gern „so richtig“ campen, sodass wir uns auf die Suche nach Vildmarkscamping in der Nähe von Urshult machen. Dort angekommen streike ich. 3 Wochen Camping sind schön und gut, der Platz ist wunderschön gelegen, alles keine Frage. Aber mein Wasser zum Duschen aus dem Brunnen pumpen und selbst erwärmen – nein. In der direkten Nachbarschaft liegt allerdings noch Getnö Gård, unser erster Campingplatz. Also beschließen wir, dass wir unsere Rundreise am Startpunkt auch beenden werden. Wieder eingecheckt (dieses Mal auf Platz 87 – MIT Strom ) und Zelt aufgebaut – abends 23:00 mit dem Ausblick…

Bild Pferde

Tags darauf werden wir vom Mittagsschlaf von Hufgetrappel geweckt. Hufgetrappel?! Jaaaa…

Bild Sonnenuntergang

Ansonsten verbringen wir den Tag genauso wie den darauf – faulenzend. Abwechselnd im Wasser, in der Sonne, spielend, lesend, auf der Schaukel, beim Bogenschießen, Fußballspielen und und und. Wir kennen hier alles, auch die Umgebung und verlassen das Camp daher ausschließlich zum schnellen Einkaufen in Ryd. Die Entenbabys von vor 2.5 Wochen sind mittlerweile echt groß geworden, allerdings hat die Mama anscheinend eines verloren… Marko darf seiner Kochleidenschaft gern unter Vildmarkscampingbedingungen frönen und auf dem Gaskocher kochen und auf dem Kugelgrill Hähnchen grillen. Ich genieße derweil lieber die Ruhe und die Aussicht.

Nach den letzten total entspannenden Tagen in unserem Lieblingsland machen wir uns am 27.07.2013 bei 28,5°C wieder auf den Heimweg – aber der nächste Urlaub ist schon geklärt… Im März fahren wir nach Mariestad 

Bild Brücke

 

Reisebericht von Maureen Rippe

Quelle: http://mmmmr.wordpress.com/